Exkursion zur Gedenkstätte Theresienstadt

Am 22. April machten wir uns mit 30 Schülerinnen und Schülern der Klassenstufen 9 und 10 auf den Weg zur Gedenkstätte Theresienstadt in Tschechien. Nach einer etwa zweistündigen Busfahrt kamen wir an einem Ort an, der uns allen noch lange im Gedächtnis bleiben wird.

Vor Ort wurden wir von zwei Freiwilligen des Freiwilligendienstes durch die ehemalige Ghettostadt geführt. Dabei bekamen wir nicht nur viele Informationen, sondern auch einen sehr persönlichen und eindrücklichen Einblick in das Leben der Menschen während der Zeit des Nationalsozialismus. Besonders die engen Wohnverhältnisse, in denen viele Menschen auf engstem Raum leben mussten, haben uns beschäftigt. Auch der geheime Unterricht und kulturelle Aktivitäten, mit denen sich die Menschen ein Stück Hoffnung bewahrten, haben uns beeindruckt. Ebenso erschütternd waren die Inszenierungen der Nationalsozialisten für das Internationale Rote Kreuz sowie der Besuch des Krematoriums.

Mia (10a) beschreibt ihre Eindrücke so:
„Ich fand den Tag insgesamt sehr spannend und interessant, teilweise aber auch echt schockierend. Besonders eindrücklich war es, die Orte selbst zu sehen und sich vor Ort mit den Geschichten der Menschen auseinanderzusetzen. Das bleibt nochmal ganz anders im Kopf als nur im Unterricht.“
Insbesondere die Lebensbedingungen haben sie bewegt:
„Vor allem schockierend fand ich zu sehen, wie viele Menschen sich einen Raum teilen mussten und wie wenig Platz sie tatsächlich hatten.“

Für die Kleine Festung, die während der NS-Zeit als Konzentrationslager genutzt wurde, blieb leider nur wenig Zeit. Trotzdem konnten wir auch dort Eindrücke sammeln über das Leid der Menschen. Emilia (9a) beschreibt:
„Sehr bewegend war es, das hautnah zu sehen, wo es früher wirklich so ablief […] vor allem wie klein die Räume wirklich waren.“ Gleichzeitig hätten sich viele gewünscht, diesen Teil noch intensiver erkunden zu können.

Auch die Führung wurde von vielen als sehr gelungen empfunden:
„Sie hat alles verständlich erklärt, wusste viel und hat das auf eine angenehme Art gemacht, sodass es nie langweilig wurde“, berichtet Mia.

Insgesamt hat uns die Exkursion sehr bewegt und zum Nachdenken angeregt. Til (10a) bringt es so auf den Punkt:
„Ich fand die Exkursion im Großen und Ganzen sehr informativ, interessant und spannend. […] Was am ‚schockierendsten‘ war, kann ich nicht sagen, weil alles einfach erstaunlich war.“

Wir sind mit vielen Eindrücken, Fragen und neuen Perspektiven zurückgefahren. Der Besuch in Theresienstadt hat uns gezeigt, wie wichtig es ist, sich auch heute noch mit der Geschichte auseinanderzusetzen – nicht nur im Unterricht.